SOMMERCAMP 2020

Dafür bin ich gern auch in den Ferien gekommen!

Schüler der G5b im Englischunterricht

Die ersten zwei Ferienwochen nahmen Schülerinnen und Schüler der Brüder-Grimm-Schule am Sommercamp 2020 teil. Zusammen mit 16 Lehrkräften übten und wiederholten sie von montags bis donnerstags je vier Stunden täglich verpassten Stoff in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik und Französisch. Die Organisation hatte die Lehrerin Paulina Talar übernommen und dafür innerhalb der letzten Schulwoche 80 individuelle Stundenpläne erstellt.

Die meisten Kinder und Jugendlichen hatten sich freiwillig zum Lernen in den Ferien angemeldet, einige auf Wunsch der Eltern. „Am Anfang war ich skeptisch, aber jetzt finde ich es toll!“, strahlt Anton Roth aus der G5b im Englischkurs von Johannes Csenar. „Erstens macht es Spaß, zweitens habe ich so einige wiedergesehen, die in den letzten Wochen in der anderen Klassenhälfte Unterricht hatten“, fügt er hinzu. „Englisch während der Schulschließungen war für die Fünfis besonders schwierig“, erklärt Csenar, „weil jede Sprache von der Interaktion lebt. Deshalb ist der Kurs für mich eine Herzensangelegenheit.“

In der Deutschgruppe von Björn Franz liest Henrik Schülbe den ersten Satz aus Tanja Zimmermanns Sommerschnee: „Mir ist alles so egal, ich fühle mich gut“. Die Siebtklässler lachen, die Atmosphäre ist entspannt, das Thema „Kurzgeschichten“ interessiert sie. Schließlich haben sie es selbst ausgesucht. „Ich bin froh, dass es das Sommercamp gibt“, meint Valentin Karges, „so können wir uns fit machen fürs nächste Schuljahr.“ Für Björn Franz ist es eine Selbstverständlichkeit, noch zwei Wochen in die Ferien hinein zu unterrichten. „Es ist ein Superangebot für unsere Kids, und es bleiben ja immer noch vier Wochen zur Erholung!“, erklärt er. 

Das sieht Ute Rheinhardt genauso, die im Fach Französisch nicht nur die üblichen Grammatikübungen aus dem Lehrbuch anbietet, sondern für ihre Achtklässler auch Lieder des Youtubers „squeezie“ vorbereitet hat. „Ich habe mich für das Sommercamp auch deshalb zur Verfügung gestellt, weil mir in diesem Jahr das gewohnte Abschlussgefühl fehlte“, erläutert Rheinhardt. „Auch meine eigene Klasse konnte ich wegen der Gruppenteilung nicht zusammen in die Ferien verabschieden,“ fügt sie bedauernd hinzu. „Ich finde es toll, dass Frau Rheinhardt uns Französischunterricht gibt“, lobt Lina Zühlke ihre Lehrerin. Louis Schiller schließt sich an und ergänzt: „In der Corona-Zeit hat mir am meisten der direkte Kontakt zu den Mitschülern und Lehrern gefehlt. Ich bin froh, dass es jetzt wieder „normalen“ Unterricht gibt. Dafür bin ich auch gern in den Ferien gekommen.“

Mathematiklehrerin Kerstin Knauft sind Spaß und spielerisches Lernen im Ferienkurs sehr wichtig. Während der Schulschließungen hätten die Schülerinnen und Schüler Aufgaben selbständig bearbeitet, die sie anschließend Mappe für Mappe durchgesehen und kommentiert zurückgegeben habe, erläutert Knauft. „Jetzt haben wir die Gelegenheit, gemeinsam und ohne den üblichen Notendruck Aufgaben noch einmal anzuschauen, bei denen die Klasse Probleme hatte, und ich kann das ein oder andere noch einmal erklären,“, und damit greift sie – ganz klassisch – zum Riesen-Zirkel, um die Winkelhalbierenden an der Tafel zu veranschaulichen.

Bei all den guten Erfahrungen von Lernenden wie Lehrenden spricht nichts gegen eine Neuauflage des Sommercamps im kommenden Schuljahr, dann aber hoffentlich unter günstigeren Vorzeichen.

Bericht der WR vom 22.07.2020