Same, same but different

Schüler engagieren sich gegen Diskriminierung und Rassismus

Im Stuhlkreis diskutieren die Schüler über Handlungsmöglichkeiten in authentischen Situationen

Kurz vor den Weihnachtsferien beschäftigte sich die Klasse G8b der Brüder-Grimm-Schule ausgiebig mit den Themen Rassismus und Diskriminierung. Hierzu erarbeiteten sich die Schüler anfangs in kleinen Gruppen viele Informationen rund um diese Themen. Im Anschluss folgte ein vierstündiger Workshop zum Thema Diskriminierung. „Same, same but different" war hierbei die Grundaussage. Organisiert wurde der von der Bundeszentrale für politische Bildung geförderte Workshop von der Frankfurter Bildungsstätte Anne Frank. Die beiden Teamer, Florian und Ari, kamen extra aus Gießen bzw. Frankfurt angereist und wandten sich mit vielfältigen Methoden an die Schüler. Der Schülersprecher der Brüder-Grimm-Schule Konstantinos Panou nahm stellvertretend für die SV ebenfalls am Workshop teil.

Zu Beginn wurde ein Brainstorming zum Thema „Diskriminierung“ durchgeführt, wobei die Schüler die verschiedensten Begriffe sammelten, um diese am Ende mit ihrem neuen Wissen zu vergleichen. Spannungsvoll folgte gleich die zweite Übung, das Gerechtigkeitsbarometer. In dieser Übung mussten die Schüler entscheiden, wie diskriminierend sie verschiedene Aussage empfanden. Dabei gingen die Meinungen teilweise sehr weit auseinander. Danach wurde an einem Beispiel geklärt, warum die Einen eine Aussage mehr oder weniger diskriminierend fanden. Denn nur, weil eine Frage oder Aussage für einen selbst diskriminierend ist, muss es bei einer anderen Person nicht auch so sein. Anders ausgedrückt soll man sich immer in die Rolle des Betroffenen versetzen und kann dann gut herausfinden, ob eine getätigte Aussage diskriminierend ist.


Nachdem auch diese Frage geklärt war, analysierten nun die Schüler in kleine Gruppen je ein Bild, welches auch in den Medien zu sehen war. In einem Kurzbeitrag schilderten sie, wer und was abgebildet ist, wie leicht oder schwer es ist, zu erkennen, ob das Gezeigte diskriminierend ist und welche Konsequenzen solche Bilder für betroffene Personen oder Gruppen haben können.
Sehr interessiert bearbeiteten die Schüler ihre nächste Aufgabe, welche sich mit diskriminierenden Begriffen und Ausdrücken beschäftigte. Dabei lernten sie zum Beispiel, dass man besser „Schwarze" als „Farbige" sagen sollte und man auch besser auf seine Wortwahl und deren Bedeutung achten sollte. Denn Aussagen wir „Bist du behindert?" oder „Das ist ja schwul!" werden schnell dahingesagt. Doch sind sie diskriminierend und man sollte sich einfach mal darüber Gedanken machen, solche Äußerungen nicht mehr zu verwenden.

Zuletzt folgte eine stumme Diskussion zum Thema „Zivilcouage zeigen". Wir stellten uns die Frage, wie man in verschiedenen Problemsituationen anderen Personen helfen und sie unterstützen kann. Diese und einige andere Fragen wurden in der Übung geklärt.
Beendet wurde der Workshop und damit auch der achtstündige Schultag mit einem abschließenden Feedback. Alle Schüler konnten viel aus diesem Tag mitnehmen und sind sicherer im Umgang mit diversen Situationen geworden.


Am Ende war sich unsere Klasse einig: In Zukunft wollen wir daran mitarbeiten, dass diskriminierendes Verhalten und Gewalt an Schulen nicht mehr vorkommt. Dazu ist es nötig, sich für gegenseitige Wertschätzung einzusetzen und Mitschüler in problematischen Situationen zu unterstützen. Deshalb arbeitet die G8b gerade mit Unterstützung der Schülervertretung und begleitet von ihrer Lehrerin Tina Pfeiffer daran, dass die Brüder-Grimm-Schule demnächst eine von über 2000 Schulen in ganz Deutschland wird, die dem bundesweiten Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" angehört. Dazu aber mehr im neuen Jahr.

Belkisa von Ehr (G8b)

Im Stuhlkreis diskutieren die Schüler über Handlungsmöglichkeiten in authentischen Situationen

Bericht des Marktspiegel