Zehntklässler besuchen das Göttinger YLAB

Zwischen Wünschelrute und Avatar

Als Ergänzung zu unserem Deutschunterricht, fuhren wir, die G10a, am 11.12.18 zu dem Workshop „Zwischen Wünschelrute und Avatar“ nach Göttingen, wo wir uns mit Gedichten der Romantik  und der Neo-Romantik in einem modernen Kinofilm auseinandersetzten.

Beim YLAB handelt es sich um das geisteswissenschaftliche Schülerlabor der Universität Göttingen, in dem sich Schüler zum Beispiel mit Sprache und Geschichte beschäftigen können. Der Workshop wurde durch eine Begrüßung unseres Tutors für diesen Tag, Herrn Dr. Gilbert Hess, eröffnet. Wir begannen mit einem kurzen Brainstorming, was wir uns von dem Workshop erhoffen und wie wir Spaß daran haben könnten. Einer der meist genannten Punkte dabei war Gruppenarbeit und Sprechen. Dies setzten wir schon bei unserem ersten Tagespunkt in die Tat um: Bei der Besprechung, was wir schon alles über die Romantik wissen, sollten wir innerhalb kürzester Zeit alles auf ein Arbeitsblatt schreiben. Dieses wurde in den nächsten Runden immer an andere Gruppenmitglieder weitergegeben. Die nun entstandene Sammlung an Informationen präsentierten wir den anderen Gruppen. 

Unser nächster Auftrag war es, uns erneut in Gruppen einzuteilen und dabei Texte über den Zusammenhang zwischen der Romantik und der Zeitgeschichte, zu Dichtern der Romantik und zu ihrer typischen Motivik zu lesen. Bei den Texten handelte es sich jedoch nicht um gewöhnliche Texte, die wir in der 10. Klasse lesen, sondern um Texte aus Fachbüchern. Aus diesem Grund war unser erster Schritt in der 30-minütigen Arbeitsphase, unklare Formulierungen nach dem ersten Lesen mit Herrn Dr. Hess und unserer Lehrerin Frau Dr. Nitschke zu besprechen. Anschließend fassten wir unsere Ergebnisse am Computer zusammen und präsentierten sie unseren Mitschülern. Dabei notierten sich die Zuhörer Neues und Unklares, welches wir im Anschluss noch einmal besprachen.

Als Nächstes kamen wir zu unserem wichtigsten Punkt für den Tag: der Analyse eines Gedichts. Wir beschäftigten uns mit dem Gedicht „Wünschelrute“ von Joseph von Eichendorff aus dem Jahr 1835. Als Einstieg dazu gab uns Herr Dr. Hess das Gedicht als Puzzle, das wir es zusammensetzen sollten. Es entstanden verschiedene Varianten, die wir besprachen. Dies bildete dann die Überleitung zu unserer Analyse von Form, Stil und Sprache. Währenddessen gab uns unser Tutor immer wieder Tipps, worauf wir achten sollten und wie wir diese Auffälligkeiten dann im Kontext mit dem Inhalt zu verstehen hätten. Dabei lernten wir viel Neues und erfuhren auch einiges über den Umgang mit Gedichten an der Universität.

Nach unserer Mittagspause ging es dann weiter mit dem Film „Avatar“. Herr Dr. Hess zeigte uns zwei entscheidende Sequenzen des Films, welche wir dann in Beziehung zu dem Gedicht „Wünschelrute“ und allgemein zur Romantik setzen sollten.

Zusammenfassend hat dieser Workshop uns die Epoche der Romantik noch einmal näher gebracht. Wir haben viel Neues erfahren, nicht nur über ihre Themen, Dichter und ihren Zeitbezug, sondern auch über die Romantik in der heutigen Zeit und ihre Hintergründe. Neben diesen hauptsächlich für den Unterricht hilfreichen Informationen bekamen wir auch Eindrücke im Umgang mit Texten und Gedichten während eines möglichen Studiums.

Malin Waduschat