Unser Theaterabend: "Alice im Wunderland"

Standing Ovations für "Alice im Wunderland"

Die Aufführung des Kinderbuchklassikers von Lewis Caroll durch die Klasse G8b an der Brüder-Grimm-Schule sorgte für tosenden Applaus.

Was Herr Abraham zu Beginn der etwa 6-monatigen Vorbereitungsphase noch als großes Wagnis ansah, konnte nach der Abend füllenden Aufführung in einer voll besetzten Aula am Samstagabend, dem 4. März 2017, als geglücktes Experiment angesehen werden: Eine ganze Schulklasse spielte einen bekannten Kinderbuchklassiker und konnte dabei in jeder Hinsicht überzeugen. Die zufriedenen Gäste klatschten zu Recht minutenlang Beifall und waren jeder einzelnen Rolle gegenüber voll des Lobes.

Das Stück orientierte sich sowohl an dem Kinderbuchklassiker von Lewis Caroll als auch an der Verfilmung von Tim Burton (Idee aus Linden & Möller: Theaterstücke für die Schule; Reihe EINFACH DEUTSCH; Schöningh-Verlag). Thematisch ging es dabei weniger um die Konfrontation der kleinen Alice mit allerlei Nonsens, sondern um die Auseinandersetzung einer Heranwachsenden mit den Zumutungen der Erwachsenenwelt.

Alice, die mit ihrer Schwester Dorothy (Amelie Brecht) einen Spaziergang gemacht hat, liegt auf deren Schoß und träumt. Dabei gehen die Geräusche der Umgebung in ihren Traum ein und verwandeln sich zu Tiergestalten, die allerdings nicht einfach nur Fantasiefiguren sind, sondern Abbilder einer verständnislosen und unverständlichen Erwachsenenwelt. So begegnet sie dem Hektiker in Gestalt des Kaninchens (Johannes Woop), dem Snob in Gestalt des englisch sprechenden Goggelmoggel (Ben Godenrath). Hochnäsig kommen die schönen Blumen (erfrischend Finn Germerodt und Elena Weisenfeld) daher, bürokratisch stur der Fisch (Sajana Steinheuer), verwirrend Dideldum und Dideldei (lustig Leonard Frölich und Leonie Egermann), sophistisch die Grinsekatze (herrlich gespielt von Hannes Bechthold) und tyrannisch die Königin (Jona-Ann Ludolph). Auch Alice` Gesprächspartner, die Raupe (sehr überzeugend von Belkisa von Ehr verkörpert), ist nur wenig hilfreich und bleibt ihr rätselhaft. Als die Protagonistin auf ihre Lehrer (treffend Emily Heckmann und Fabian Diehl, der auch den Vorhang bediente) trifft, kann sie weder Gedichte richtig aufsagen noch einfache Additionsaufgaben lösen, was wiederum Unverständnis seitens ihrer Mutter (sympathisch überarbeitet Annika Strieb) auslöst.

In der letzten Szene vor dem Rahmenelement - der Gerichtsverhandlung - verzweifelt Alice schließlich an dem irrwitzigen Widerstreit zwischen dem Hutmacher (Lorenz Grill) und dem König (souverän David Hofmann).

Aufgrund von Textsicherheit und Ausdrucksstärke überzeugten insbesondere auch die Alice-Figuren (Marisa Lange, Marieluise Probst, Jannika Richter, Merle Seeger, Paula Sunkel und Sarah Wurdinger), die jeweils ihrer Rolle und damit dem Stück einen eigenen Charakter verliehen.

Darüber hinaus waren etliche Schüler in einer Doppelrolle zu bestaunen, was als Beleg für die Vielseitigkeit und das Können der jungen Darsteller gesehen werden kann.

 

Doch auch akustische und visuelle Effekte wurden genutzt. Sichtlich in den Bann gezogen war das Publikum bereits während der schaurigschönen Eingangsszene, die - untermalt mit passender Musik und Licht- sowie Nebeleffekten - den Übergang in die Traumwelt darstellte und alle Alice-Darsteller zugleich zeigte.

Neben passenden Liedern, wurde auch auf eine ansprechende (moderne) Bühnendekoration geachtet. Dazu bemalte die Klasse verschieden große Pappkartons, die (als roter Faden erkennbar) in allen Szenen sowohl als Dekoration als auch als Requisiten eingesetzt wurden, was darin mündete, dass Alice von herabstürzenden Karten (bzw. Kartons) aus ihrem Albtraum geweckt wurde. Alles in allem war es eine lustige und rätselhafte, insbesondere aber kurzweilige Reise in die Traumwelt von Alice. Da freute es den Lehrer natürlich besonders, dass nach einer geglückten Aufführung eine Schülerin resümierte: "Durch die Proben sind wir als Klasse noch mehr zusammengewachsen."

 

Die Theatergruppe möchte sich schließlich bei allen Mitwirkenden und Helfern bedanken. Danke an Firma Clermont (Stoffe für die Bühnendekoration), an die Kollegen Lukes und Otto (Maske), die Eltern (Fotos, Film, Maske etc), an Frau Wiegand (Co-Regisseurin), an die G8a (Catering), an Nele aus der G10a (Souffleuse), an die Kollegen und Schüler, die bereits für eine überfüllte Aula bei der Generalprobe gesorgt haben, an alle verständnisvollen Kollegen (Raumtausch, Unterrichtsausfall, ...) und einen großen Dank an Herrn Huhn (Vertretungsplan) sowie an die Schul- sowie Klassenleitung, die das Projekt jederzeit unterstützt haben.

Oliver Abraham