Abschluss unter Coronabedingungen – So war es für uns!

Schüler der H9a und R10a geben Auskunft

Mit einem neuen Rondell und frischem Grün bedankt sich die R10a bei ihrer BGS

Kurz vor den Zeugnisse betreten zwei Schüler der H9a, Adrian Beciri undLeo Lapschin, und vier Schülerinnen der R10a, Cosima Sophia Beck, Denise Holzapfel, Maria Karatzasund Saskia Koch, noch einmal den bekannten Schulhof. In einem Interview soll es um ihre Erfahrungen mit den Haupt- und Realschulprüfungen in der Coronazeit gehen, darum, wie sie diese Zeit erlebt haben. Dafür sind sie gern hergekommen.

Zunächst beschreiben die sechs bereitwillig, wie sie die Zeit vor den Osterferien empfanden. Es sei zu Beginn ja ganz ungewiss gewesen, ob und wie die Abschlussprüfungen stattfinden würden. „Jede Woche erhielten wir weitere Infos zum geplanten Ablauf der Prüfungen, was uns eher verunsichert hat“, meint Saskia. Auch hätten sie sich Sorgen über ihre Fachnoten gemacht, weil sie diese durch die mündliche Mitarbeit nicht mehr positiv beeinflussen konnten. „Ich persönlich“, erzählt Leo, „habe beim Lock-down nicht realisiert, dass so eine lange Zeit ohne Schule auf mich zukommen würde.“ Aber die Lehrer hätten sie gut mit Materialien versorgt, sich zu Videokonferenzen mit ihnen verabredet und sogar Erklärvideos gefilmt.

Direkt nach den Ferien hätten sie dann wieder Unterricht in den Hauptfächern –Deutsch, Mathe, Englisch – erhalten. Einerseits sei es ungewohnt gewesen, immer nur die Hälfte der Klasse zu sehen und so viel Abstand halten zu müssen. Auch in den Pausen hätten sie sich mit der jeweils anderen Klassenhälfte nicht austauschen können. „Hinzu kam“, erzählt Adrian, „dass ich mich nach dem Unterricht nicht mit meinen Klassenkameraden verabreden konnte.“ Der Kontakt zu den anderen über Telefon und Skype könne das persönliche Treffen nicht ersetzen und habe ihnen „am meisten zu schaffen gemacht“, sagt Denise.

Die Schüler*innen können der Corona-Zeit aber auch Positives abgewinnen. Die halbierten Klassengruppen seien angenehm gewesen. Es herrschte eine durchweg konzentrierte und produktive Atmosphäre. Die Lehrer hätten sich auch individueller um sie kümmern können. „Alle haben sich“, so Cosima, „intensiv auf unser Ziel – die Abschlussprüfungen – vorbereitet. Dieses intensive Training wünschen wir auch den Schülern in Zukunft.“

Auch die Prüfungen in der letzten Maiwoche fanden in halbierten Gruppen statt. Schüler, die zu einer Risikogruppe gehörten, wurden aus separaten Räumen per Videokonferenz zugeschaltet, damit auch sie die Prüfungen ablegen konnten. Wieder galt es, die Abstands- und Hygieneregeln genau einzuhalten. Ich war, glaube ich, noch aufgeregter, als ich es unter „normalen“ Bedingungen gewesen wäre, so Maria. „Die Aufgaben waren aber im Vergleich zu unseren Testaufgaben in etwa gleich schwer, manche sogar leichter,“ fügt sie lächelnd hinzu.

Die Wartezeit auf die Ergebnisse ist allen lang geworden, und als der ersehnte Brief dann endlich im Postkasten gelegen habe, seien sie nochmal sehr aufgeregt gewesen, denn schließlich hänge von den Noten ja ihre Zukunft ab. Alle sechs sind mit ihren Ergebnissen zufrieden, wenn es nach oben auch immer noch besser hätte sein können. 

Nun erwarteten sie mit Spannung die Zeugnisübergabe. Dass ihre Eltern nicht dabei sein könnten, sei nicht so schlimm – die würden ja dann im Anschluss die Zeugnisse sehen, so Denise. Bedauerlich sei aber, dass die Abschlussfahrt hätte abgesagt werden müssen. „Wenigstens mit einer kreativen Motto-Woche und einem Abschlussstreich hätten wir uns gern von den übrigen Schülern verabschiedet,“ fügt sie hinzu, „dennschließlich wollten auch wir uns mit eigenen Späßen für die Streiche der letzten Abschlussklassen revanchieren.“

Da fast alle weiter zur Schule gehen wollen, machen sie sich auch Gedanken darüber, wie Unterricht nach den Sommerferien aussehen wird. Eines steht für sie aber fest: Unterricht mit „echten“ Lehrern kann man nicht ersetzen. Mit kleineren Klassen und entsprechenden Verhaltensregeln hätten sie es jedenfalls trotz Corona geschafft.

Für die Zukunft wünschen wir euch und natürlich allen anderen Schüler*innen und Schülern, die uns demnächst verlassen, viel Glück, Ausdauer und … Gesundheit! (cn)